Geschichte und Produktion von Rattanmoebeln

Einleitung
Rattan ist eines der bekanntesten Naturmaterialien der Welt. Nicht zuletzt deshalb, weil die biegsamen Fasern des Geflechts unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Daher findet man Rattanmöbel heutzutage in fast jedem deutschen Haushalt. Denn nicht nur optisch profitiert jeder Raum von dem honigbraunen Geflecht, auch hinsichtlich der Stabilität und Robustheit lassen die Naturfasern keine Wünsche offen.

Rattanmoebel

Geschichte
Diese positiven Eigenschaften wussten schon die Kolonialherren zu schätzen, als man in den besiedelten Nationen die Rattanmöbel erstmals kennenlernte. In den meist feucht-warmen Gebieten schätzte man die Leichtigkeit und Luftdurchlässigkeit – eben eine echte Alternative zu den schweren Polster- und Ledermöbeln, wie man sie „von Zuhause“ kannte. Daher importierte man unzählige Rattanmöbel nach Europa, wo sich dieses Mobiliar, besonders in den gehobenen Kreisen größter Beliebtheit erfreute. Erst nach und nach, mit dem Aufkommen technischer Geräte und günstigeren und zeitsparenderen Produktionsweisen, hielt Rattan Einzug in immer mehr Haushalte.

Heute
Wo die Produktpalette zu damaliger Zeit recht spärlich gestreut war, gibt es heutzutage kaum ein Produkt, das nicht aus Rattan hergestellt werden kann. Ob Möbel, Körbe oder dekorative Wohnaccessoires mit individueller Note – der Phantasie der Hersteller und Produzenten sind hier keine Grenzen gesetzt. Selbst Schuhe werden mittlerweile aus der Naturfaser hergestellt und gehören mit Sicherheit zu den extravagantesten Realisierungsmöglichkeiten von Rattan.

Trends
Klassische Möbel im schlichten Design gehören noch immer zu den absoluten Bestsellern. Besonders Stühle und Sitzmöbel sind gern gewählte Produkte bei den deutschen Verbrauchern. Das liegt unter Anderem daran, dass sich das honigbraune Rattan recht leicht mit anderen Möbeln und Materialien kombinieren lässt. So wird der Massivholztisch aus Eiche durch eine neue Garnitur Rattanstühle optisch aufgewertet. Und auch im Wohnzimmer schafft man mit einer einladenden Rattancouch ein mediterranes Flair, in dem sich die ganze Familie wohlfühlen kann. Aber auch extravagante Modelle finden ihre Liebhaber: in aufwändiger Flechtarbeit werden Muster ins Geflecht gearbeitet, welche die volle Fingerfertigkeit der Rattan-Arbeiter offenbaren.

Produktion
Damals wie heute werden Möbel aus Rattan in aufwändiger Handarbeit gefertigt. Produktionsländer, wie Indonesien sind deshalb so beliebt, um den europäischen Kunden möglichst günstige Preise für eine hochwertige Qualität garantieren zu können. Die Arbeit für Rattan-Hersteller zählt in diesen Ländern zu sehr angesehenen Betätigungsfeldern. Und auch der Lohn für solche Arbeiten wird, im Vergleich zu anderen Produktionen, gut bezahlt, was ein weiterer Grund für die Beliebtheit dieser Arbeit ist.

Ernte
Rattan wird aus der so genannten Rotanpalme gewonnen. Diese Kletterpflanze besitzt kleine Widerhaken, mit Hilfe derer sie sich an anderen Bäumen „festhakt“ und sich so den Weg durch den Dschungel schlängelt. Die Widerhaken sorgen dafür, dass die Ernte des Rattans mitunter nicht nur anstrengend, sondern auch schmerzhaft sein kann. Denn die Erntehelfer müssen zunächst bis zum Ende der Rotangpalme klettern, um möglichst lange Stäbe abernten zu können. Nachdem die Haken und die Haut entfernt wurden, wird das Rattan sortiert und getrocknet. Erst nach einigen Wochen und weiteren Schritten der Bearbeitung ist das Material fertig für die Produktion und wird zu unterschiedlichen Produktionsstätten exportiert. Von dort gelangen die fertigen Möbel dann zu den europäischen Fachhändlern und schließlich den Weg in unsere Wohnräume.

Bildquelle: matchka / pixelio.de

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